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18.04.2018

Eine grüne Oase – mit auffällig viel Müll

Einst war die Nordweststadt als Trabantenstadt verschrien. Heute hat sich das Erscheinungsbild stark verändert. Ein Streifzug durch die Siedlung.

Kaum hat man das Nordwestzentrum in Richtung Westen laufend hinter sich gelassen und die erste Querung über den Erich-Ollenhauer-Ring genommen, offenbart sich der erste große Schwung üppigen Grüns. Nur hier und da wird es von Wohnblocks unterbrochen – die flächenmäßig große Vegetation ist charakteristisch für die Nordweststadt. Und die Menschen hier, wissen sie durchaus zu schätzen.

Edith Adelmann lebt seit 1964 in der Siedlung. „Hier hat sich alles verändert“, sagt sie. Für sie als Rentnerin sei es wichtig, dass alles leicht erreichbar sei: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und für Familien Schulen und Kindergärten. Was sie allerdings maßlos störe, ist die mangelnde Sauberkeit in der Wohnsiedlung. Um das zu verdeutlichen, zeigt sie auf einen überquellenden Mülleimer unweit von ihr. „Früher war das anders“, erzählt sie. Da hätten die Kinder nicht den Müll auf den Boden geworfen, obwohl der Behälter nur wenige Schritte entfernt ist. Auch im Wohnblock hätten die Nachbarn in der Vergangenheit für Reinlichkeit gesorgt – heute alles keine Selbstverständlichkeit mehr.

Ein paar Meter weiter den Weg herunter sieht man zwischen zwei Wohnblocks einen Spielplatz mit zwei Schaukeln. Kinder spielen an den Geräten. Die Kleinen gehören zum Kindergarten Cantate Domino und haben einen Spaziergang zur grünen Spielfläche gemacht. Erzieherin Frau Graf (ihren Vornamen möchte sie nicht nennen) wohnt nicht in der Nordweststadt und kann nur von den Beobachtungen ihrer täglichen Arbeit berichten.

„Die Spielplätze hier sind schon sehr schmutzig“, sagt sie. Um den Schmuddelecken vorzubeugen, sollten Anwohner und Stadt gemeinsam anpacken. Die Bürger indem sie den Müll nicht achtlos wegwerfen oder liegen lassen und der Abfallentsorger FES mit passenden Müllbehältern. „Ich habe gehört, dass Krähen hier die Mülleimer plündern sollen, aber da kann man ja bestimmt Behälter aufstellen, die das verhindern.“ Besonders sei die Nordweststadt durch ihre Nähe zur Nidda und das viele Grün, das die Umgebung im Vergleich zur Innenstadt sehr schön mache.



Auf der Bernadottestraße geht es weiter Richtung Norden. Vorbei an großen Wohnblöcken, die mal in Blau, mal in Weiß oder Beige gehalten sind. Einige Fassaden sehen noch anständig aus, während andere durchaus einen neuen Anstrich vertragen könnten. Dazu mischt sich der satte Grünton des Rasens und der vielen Bäume. Links des Weges liegt die Ernst-Reuter-Schule. Kinder spielen auf dem Schulhof und rufen laut durcheinander. Auf dem Weg, der an der Schule vorbeiführt, ist ein emsiges Begängnis. Einer der Spaziergänger ist Günter Wolf. Der Senior wohnt seit 50 Jahren in der Nordweststadt. „Damals war hier noch alles kahl. Der Park wurde erst später angelegt“, sagt er und zeigt in Richtung des nahen Martin-Luther-King-Parks. Vor 50 Jahren sei es gewöhnungsbedürftig gewesen, hier zu leben. Heute habe sich vieles zum Positiven verändert. Saubere Luft, ein hoher Grünanteil und auch viele Flächen, wo Ruhe herrsche. An vielen Stellen könne man sich gefahrlos bewegen, da dort keine Autos fahren.

Wolf kritisiert, dass die Müllbehälter zu selten geleert würden. Erst wenn ein Papierkorb überquelle, würden die Mitarbeiter der FES handeln. Er warb auch dafür, die Naherholungsgebiete zu erhalten und zu pflegen. „Wir werden immer älter. Weite Strecken ins Grün, können ältere Menschen nicht mehr so leicht auf sich nehmen.“ Vom Begriff der Trabantenstadt hält Wolf nichts. „Ich glaube nicht mehr, dass das hier so etwas ist.“ Durch gute Anbindungen in die Stadt sei man ein Teil von Frankfurt.

Im Martin-Luther-King-Park sitzen Elstern und Tauben in den Ästen der Bäume und schauen auf die vorbeieilenden Menschen. Es zwitschert von überall her – der Frühling ist da. Mit langsamen Schritten und ihrem Smartphone in der Hand kommt Frau R. aus Richtung Norden geschlendert.

Ihren Namen möchte sie nicht nennen, aber reden will sie gern. Seit 1967 lebt sie in der Siedlung. „Damals war es grauenhaft“, berichtet sie. Zu jener Zeit konnte sie sich nicht recht vorstellen, dass sie lange hier wohnen würde, doch sie ist geblieben – auch weil sie die vielen Freiflächen und das Grün schätzt. Aber sie habe auch den Trend bemerkt, dass immer weniger deutsche Bevölkerung hier lebe. Einen negativen Kontext möchte sie mit der Aussage nicht verknüpft haben. „Es stört mich einfach, dass kein Deutsch mehr gesprochen wird.“

Früher kamen Griechen und Türken in die Nordweststadt und lernten und sprachen dann auch Deutsch. Das Zusammenleben klappte weitestgehend gut. Doch die Stadt habe das Gebiet zulaufen lassen, ohne sich um die Menschen zu kümmern. Nun grenzen sich anderssprachige Gruppen ab, zu denen man keinen Zugang hat, vielleicht auch weil sie ihn von sich aus nicht wollen.

Als Trabantenstadt sieht sie die Nordweststadt ebenfalls nicht. „Früher war das so. Heute ist die Bezeichnung nicht mehr aktuell.“ Die Infrastruktur sei stark ausgebaut. Es gebe mehr als nur Wohnungen und Schulen hier vor Ort.

Crescimone Salvatore geht mit seinem Hund spazieren. Der aus Italien stammende Mann wohnt seit 32 Jahren in der Wohnsiedlung. „Ich will hier nicht mehr weg“, sagt er. Die Nordweststadt sei schön, man könne hier gut leben und das Nordwestzentrum biete alles was man brauche. Er blickt sich um. Ein Kaninchen hoppelt in sicherer Entfernung über den Rasen. Unerwartet viel Natur für eine Stadt wie Frankfurt.

Artikel Frankfurter RundschauVom 18.04.2018. Von Steven Micksch

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