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11.12.2019

Empörung über massiven Bauklotz für Europäische Schule

Im Ortsbeirat 8 gibt es heftige Kritik an den Plänen zur Erweiterung der Europäischen Schule. Die seien ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die auf eine Sanierung der Ernst-Reuter-Schulen warteten.

So viel Andrang zu einer Sitzung hat der Ortsbeirat 8 selten erlebt. Vor dem Saalbau im Nordwestzentrum hängen Protestplakate: „Verschlechterung inklusive. So wollen wir die Sanierung nicht.“ Der Saal drinnen ist voll besetzt. Eltern, Schüler und Lehrer der Ernst-Reuter-Schulen (ERS) sowie der Europäischen Schule Frankfurt sind am Mittwochabend gekommen, um mit Baudezernent Jan Schneider (CDU) über die neue Machbarkeitsstudie des Amts für Bau und Immobilien (ABI) zur Erweiterung der Europäischen Schule zu diskutieren.

„Wir wollen schauen, ob beide Schulen auf dem Gelände unterzubringen sind“, sagt der Baudezernent. Laut der Studie, die kein fertiges Konzept darstelle, wie Schneider betont, ist eine Erweiterung der Europäischen Schule am derzeitigen Standort möglich. Die Stadt sei verpflichtet, die Ernst-Reuter-Schule zu sanieren. Zudem sei sie verpflichtet, ein Grundstück für die zu erweiternde Europäische Schule vorzuhalten. Trotz intensiver Suche sei dies nicht gelungen.



Am Kaiserlei stehe ein Grundstück zur Verfügung, meldet sich Tanja Klaus, eine ehemalige Ernst-Reuter-Schülerin, zu Wort. „Hier wird eine Multifunktionshalle favorisiert, statt in Bildung und Zukunft der Kinder zu investieren.“ Schneider sieht indes derzeit keinen alternativen Standort.

Der Druck ist groß: Seit mehr als zehn Jahren ist bekannt, dass die Europäische Schule aufgrund stetig wachsender Schülerzahlen an ihre Kapazitätsgrenzen kommt und der Neubau der Schule unabdingbar ist. „Bis 2025 müssten die Gebäude stehen“, bestätigt Pressesprecher Günter Murr vom ABI.

Wichtige Punkte der Studie

Wichtige Punkte der Studie: Die Flächen der beiden Schulen sollen neu geordnet werden, um eine Erweiterung der Europäischen Schule am derzeitigen Standort zu ermöglichen. Die oberirdischen Stellplätze sollen in eine Tiefgarage verlegt werden. Die Europäische Schule würde neu gebaut und könnte bis zu fünf Geschosse hoch werden. Weiterhin würden die Flächen neu zugeschnitten. Die ERS würde die sogenannte „Hundewiese“ für ihre Sportplätze erhalten, die Europäische Schule das Gelände, auf dem derzeit Turnhallen und Schwimmbad der Ernst-Reuter-Schulen stehen.

„Der Neubau der Europaschule ist ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die seit Jahren auf eine Sanierung ihrer Schule warten“, erzürnt sich eine Zuhörerin. „Die ERS bekommen im Westen einen massiven Bauklotz als Barriere hingesetzt“, meldet sich eine andere zu Wort. Für Karlheinz Grabmann (Freie Wähler) wiederum ist es nicht hinnehmbar, dass Grünflächen wie die Hundewiese geopfert werden.

Ralf Porsche, CDU-Fraktionsvorsitzender, will wissen, ob das Bildungsdezernat in die Planung miteingebunden war. „Die Koalition im Römer hat sich auf das Verfahren eines städtebaulichen Wettbewerbs geeinigt“, antwortet Schneider. Die Ergebnisse des Konzepts für die Neuordnung und Sanierung der Ernst-Reuter-Schulen, das ein Jahr lang Bürger, Ortsbeirat und Schulgemeinde angefertigt haben, solle die Grundlage des Wettbewerb bilden und erhalten bleiben, beteuert der Baudezernent.

Das bezweifeln Elternvertreter der Europäischen Schule und der Ernst-Reuter-Schulen. „Die vorliegende Studie ist mit unseren Ergebnissen nicht vereinbar“, zitiert Henrik Lohrberg, Schulelternbeirat der ERS, aus einem offenen Brief.

Artikel Frankfurter Rundschau, vom 06.12.2019. Von Pia Henderkes-Loeckle

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