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14.12.2019

Demo gegen Aderlass in Frankfurt

Die politische Nachricht der Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule (ERS) bei ihrer Demonstration durch die Nordweststadt am Freitagmittag ist klar: Eine Sanierung muss kommen, und ihre bisherigen Flächen wollen sie nicht für einen Ausbau der Europäischen Schule abgeben.

Deutlich werden die Forderungen auf zahlreichen Plakaten mit markigen Sprüchen, wie: „Bei den Banken sind sie fix, für die ERS tun sie nix“, „Rettet die ERS“ oder „Wir geben unseren Platz nicht her“. Die Demo mit weit über 500 Kindern, Lehrern und Eltern folgte auf eine Menschenkette der rund 1250 Schüler der zwei Ernst-Reuter-Schulen (Gesamt- sowie Oberstufenschule) entlang der aktuellen Grenzen der Gesamtschule.

Entzündet hatte sich der Protest an einer Machbarkeitsstudie des städtischen Amts für Bau und Immobilien, die Stadtrat Jan Schneider (CDU) in der vergangenen Ortsbeiratssitzung präsentierte. Der Studie nach soll die Europäische Schule, die durch enormen Schülerzuwachs auch dringend neue Räumlichkeiten benötigt, auf das Areal der ERS hin vergrößert werden.



Für den Ausbau der Europäischen Schule an ihrem aktuellen Standort müssen der Planung nach indes die Sporthallen- und plätze der ERS weichen. An ihrer Stelle soll dafür ein fünfstöckiges Gebäude der Europäischen Schule entstehen. Die ERS hingegen, die eigentlich schon lange eine Sanierung und Vergrößerung ihrer Fläche von der Stadt zugesichert bekommen hatte, würde bei ihrer aktuellen Grundstücksgröße bleiben. Zum Ausgleich des Geländes sollen Sportplätze auf der im Osten liegenden „Hundewiese“ entstehen.

„Das Ganze ist eine Milchmädchenrechnung“, erklärt Gerhard Schneider, Schulleiter der Gesamtschule ERS II. Denn das Areal der „Hundewiese“ sei ihm schon lange von der Stadt zugesichert worden. Außerdem sei es nur vorrübergehend nutzbar: Auf lange Sicht soll dort die Regionaltangente West – eine Bahnlinie in das Nordwestzentrum – entlanglaufen.

Schulhof soll bebaut werden

Neue Gebäude für Sporthallen müssen deshalb auf dem bestehenden Areal entstehen. Dafür sollen Zwischenräume und Grünflächen auf dem Schulhof bebaut werden. „Unsere Streuobstwiese, unsere Beete sowie unsere Tierhaltung sind gefährdet“, so Lehrerin Imke Wetzel. Diverse Unterrichtskonzepte ließen sich nicht mehr umsetzen. Die elfjährige Melinda, Schülerin der 6. Klasse, erklärt bei der Demonstration: „Die Idee von Herrn Schneider passt nicht zu unserer Schule. Wir brauchen ein offenes und großes Gelände, weil wir viele Mitschüler mit körperlichen Behinderungen haben.“ Diese Art von Schulgelände sei auch im Planungskonzept der Nordweststadt für die ERS vorgesehen, erklärt Schulleiter Schneider.

Die Europäische Schule selbst ist ebenfalls nicht glücklich über die Pläne. Auf schriftliche Anfrage erklärt Schulleiter Ferdinand Patscheider, dass er den Sanierungsplan der ERS befürworte und die Erweiterung seiner Schule vor Ort für „nicht realistisch“ hält.

Auf politischer Ebene befürworten alle Fraktionen im Ortsbeirat die Forderungen der ERS. SPD und Linke wollen die Interessen der beiden Schulen auch im Römer vertreten. Elternvertreterin Corinna Sachs berichtet sogar von Unterstützung von oberster Stelle: Oberbürgermeister Feldmann habe ihr telefonisch die Möglichkeit zu einem Treffen zugesichert.

Artikel Frankfurter Rundschau, vom 15.03.2016. Von Nadine Benedix

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