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04.10.2013

Ein Blick hinter die Hoftore

Offene Tür in alten Bauernanwesen Niederursels . Zum zehnten Mal öffneten die alten Hofreiten in Niederursel ihre Tore. Der „Tag der offenen Hoftore“ gestern war ein voller Erfolg.

Mit etwas zitternden Knien klemmt die neunjährige Solveig den Fuß in die Getränkekiste und stemmt sich hoch. Es ist bereits die 16. Kiste. Ihr Turm schwankt bedenklich. Zu bedenklich. Dann fällt er gegen das Haus in Niederursel. Für Solveig ist die Klettertour zu Ende. Das Seil, an ihrem Gurtzeug verankert, hält sie sicher in mehr als fünf Metern Höhe in der Luft. „Das war ganz gut“, sagt sie kurze Zeit später wieder am Boden. „Aber ich habe auch schon mal 20 geschafft.“ Und zieht weiter über das Hoffest.

Alle Jahre wieder öffnen verschiedene ehemalige Bauernhöfe im dörflichen Kern des Stadtteils ihre Tore. Selbstgebasteltes wird verkauft, Selbstgebackenes verkostet. An einem Stand wurden selbstgezogene Avocado-Pflanzen verschenkt, gegen eine Spende für Tiere in Kolumbien.

Spenden für die Schule

Geld sammelt auch Irina von Mackensen. Die junge Frau war mehrere Monate als Helferin in einem Waisenhaus im Township Khayelitsha in Südafrika, 20 Kilometer südöstlich von Kapstadt. 108 Kinder haben dort ein Zuhause gefunden. Damit noch mehr Kinder aufgenommen werden können, muss die Schule vergrößert werden. „Zwei Klassenräume werden gebaut“, sagt von Mackensen. 56 000 Euro kosten die Klassenzimmer. „Wir haben eine große Ausstellung mit Kinderzeichnungen. Leben in Afrika ist der Titel. Wer will, kann eine Zeichnung mitnehmen.“ Gegen eine angemessene Spende, versteht sich.

Im Holdersaal der alten Hofreite des „Hof“, des größten der beteiligten Bauernanwesen, gab’s denn auch ein Benefizkonzert. Unter anderem spielte Uwe Dierksen, Posaunist im „Ensemble Modern“.

13 Uhr. Wolfgang Tapp, Inhaber der Schmiede, feuert die Esse an. Er legt eine Eisenstange ins Feuer. Als sie rotglühend ist, hämmert er die Stange schlank. „Das gibt einen Feuerhaken“, sagt der Dorfschmied. Kinder und Erwachsene schauen im gebotenen Sicherheitsabstand respektvoll zu.

Atelier statt Buchladen

Auch Künstler gestatteten gestern einen Blick in ihre Werkstätten. So Joachim Kreutz, Bildhauer im Dorfwiesenweg. „Ich bin seit 17 Jahren hier und öffne mein Atelier gerne“, sagte er. Ein anderer Künstler, Stefan Krauch, könnte nicht vom Verkauf seiner Bilder leben. „Aber ich fange auch gerade erst richtig an“, sagt er. „Ich wohne gegenüber des Amselhofs, und als da die Buchhandlung aufgegeben hat, habe ich die Räume für mein Atelier übernommen.“ Gestern hingen immerhin schon Bilder an den frisch geweißten Wänden. Seine Bilder.

Jutta Götzfried aus Ginnheim sitzt unweit des Ateliers und löffelt ihre Kürbissuppe. „Es gefällt mir sehr gut hier“, erzählt die Besucherin. „Das ist alles so offen, so natürlich.“ Die Stimmung beim Tag der offenen Hoftore gefällt der Frau, die auch in den Vorjahren an diesem Tag manchmal in Niederursel war. „Mir gefällt auch, dass überall Kinder herumspringen.“

In der Tat: Waldorfkindergarten, Kinderkrippe im „Hof“, ein Kinderhort, alle waren gestern geöffnet. „Die Arbeit für Kinder ist uns am wichtigsten“, sagt Ulrike Ullrich, die im „Hof“ lebt. Gestern hatte sie viel zu tun, schaute an jedem Stand vorbei, war die „Chefin“ des Festes. Der „Hof“ als alternative Lebensgemeinschaft hat das Hoffest vor zehn Jahren ins Leben gerufen.

Einer der neuen Programmpunkte gestern richtete sich denn auch an Kinder: Angela Clever, Erzieherin im Kinderhort „Die Gaukler“, lud Kinder einzeln oder zu zweit ins dunkle, gespenstische ehemalige Gefängnis unter der Kirche. Dort trieb der schreckliche Rumpfohl sein Unwesen. „Nur durch Gesang“, so Clever, „ist er in den Schlaf zu wiegen.“ Und wenn er schläft, kann man ihm das Gold stiebitzen und draußen mit der Erzieherin teilen.

In Niederursel gibt es ganz schön viele mutige Kinder.

(Thomas J. Schmidt)



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 04.10.2013,

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