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19.02.2014

Neubau dringend benötigt

Ausweichfläche für Europäische Schule gefunden – Warten auf das Okay aus Berlin. Weil die Europäische Zentralbank wächst, rechnet die Europäische Schule mit 350 neuen Schülern und braucht einen Erweiterungsbau. Der würde die Ernst-Reuter-Schule II sowie die Ortsumfahrung Praunheim beeinträchtigen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) siedelt in diesem Jahr die Europäische Bankenaufsicht in Frankfurt an, es werden etwa 1000 neue Mitarbeiter erwartet. Diese haben durch ein Abkommen zwischen EU und deutscher Bundesregierung einen Anspruch darauf, ihre Kinder in der Europäischen Schule im Praunheimer Weg anzumelden – Schuldirektor Peter Friss rechnet mit bis zu 350 neuen Schülern fürs kommende Schuljahr. Schon 2011 stieß die Schule jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen für Unterrichtsräume, weshalb zehn Container auf dem Schulgelände platziert wurden. Um den vielen Neuanmeldungen aber gerecht zu werden, reicht der bisherige Platz nicht mehr aus.

Gemeinsam mit der Stadt, dem Bund und der EU wurde daher eine Übergangslösung geplant: Auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schule II im Hammarskjöldring, wo zuvor zwei Traglufthallen standen, sollen aus Modulteilen mehrere Klassenzimmer, eine Bewegungshalle und eine kleine Cafeteria für die Europäische Schule gebaut werden. Die Kosten von zehn Millionen Euro hat dabei der Bund zu tragen, doch warten Schule und Stadtschulamt bislang auf ein offizielles Signal aus Berlin, das die Finanzierung absichert.

Vorleistung

„Wir warten täglich darauf“, sagt Martin Müller-Bialon, Sprecher des Bildungsdezernats. Im Gegensatz zum Bund habe die Stadt sogar „mehr als ihre Hausaufgaben erledigt“. Sie besorgte ein Grundstück und trat in Voraussicht auf das nahende Schuljahr auch schon für die Planungskosten in Vorleistung, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sei. „Damit das überhaupt noch was wird“, sagt Müller-Bialon: „Es droht ein Fiasko, wenn man da nicht gleich rangeht.“ Schuldirektor Friss präzisiert, die Entscheidungen bezüglich der Finanzierung seien dringend notwendig, damit der Unterricht rechtzeitig organisiert werden könne. „Das ist ohnehin ein enger Zeitplan, der Bau hätte längst angefangen werden sollen“, so Friss. Eine Übergangslösung für den Unterricht im neuen Schuljahr könne er sich für zwei Wochen vorstellen, ein längerer Zeitraum werde schwierig. Wie lange der Erweiterungsbau auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schule II stehen soll und was danach geschieht, ist derzeit noch unklar. In den kommenden Jahren wäre es aber möglich, dass sich die Schülerzahl der Europäischen Schule von derzeit 1250 auf 2000 nahezu verdoppelt.

Verkehrschaos

Wie sich der Magistrat die Zukunft der Schule vorstellt, will deswegen die CDU im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) erfahren und hat dazu einen genauen Fragenkatalog erstellt. Die Verkehrssituation um die Schule sei nämlich schon jetzt „suboptimal“, sagt Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU). Beim morgendlichen Absetzen der Schüler würde bereits in zweiter und dritter Reihe geparkt, noch mehr Verkehr würde die Situation verschärfen. „Wir haben nichts gegen die Europäische Schule, aber wir wollen wissen, wie alles gestaltet werden soll“, erklärt Nattrodt.

Probleme sieht er schließlich auch für die Expansionspläne und eine in den nächsten Jahren anstehende Sanierung der Ernst-Reuter-Schule. Zudem seien da auch noch die Pläne der Ortsumfahrung Praunheim und der Regionaltangente West (RTW). Die Ortsumfahrung ist bislang nur im Gewerbegebiet nördlich der Heerstraße geplant, soll aber von der erweiterten Ludwig-Landmann-Straße aus perspektivisch mit der Rosa-Luxemburg-Straße verbunden werden. Die Option, südlich der Europäischen Schule und nördlich des Nordwestzentrums zu bauen, sieht Nattrodt bei einer Erweiterung der Schule bedroht. Und die RTW, die dort in elf bis 15 Metern Tiefe entlang führen soll, sei ebenfalls infrage gestellt. „Das ist ein sehr komplexer Themenbereich“, sagt Nattrodt, und deswegen benötige man Klarheit.

Der Ortsbeirat lädt am Donnerstag, dem 20. Februar, um 20 Uhr zur öffentlichen Sitzung ins Bürgerhaus Nordweststadt, Titus Forum, Walter-Möller-Platz 2.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 19.02.2014. Von Thorben Pehlemann

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