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18.03.2014

Der Verfall wird gestoppt

Sanierung des Gemeindezentrums beginnt. Es ist tatsächlich vollbracht. Gestern erfolgte der Spatenstich für das neue Kultur- und Sozialzentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring 398. Damit soll nach 13 Jahren rund um das verfallene ehemalige Gemeindezentrum bald wieder das Leben toben.

Ein leichter Brandgeruch steigt beim Betreten des alten Gemeindezentrums in die Nase, die Holzverkleidung an der rechten Wand ist verkohlt. Die Milchglasscheiben an der Frontseite sind zersplittert, Scherben drohen herunterzufallen. Der Weg ins Untergeschoss ist eine wackelige Angelegenheit, auf dem Boden liegt von der Decke gebröckelter Putz, an den Wänden prangen unschöne Graffitis.

„Das sind die Spuren von 13 Jahren Leerstand“, sagt Rainer Wrenger, Geschäftsführer der Konversions-Entwicklungsgesellschaft (KEG), dem Eigentümer des 3228 Quadratmeter großen Grundstücks inklusive Gemeindezentrum am Gerhart-Hauptmann-Ring 398. Diese Zeichen, die Wrenger als „sinnlose Zerstörungswut“ bezeichnet, sollen bald ein Ende haben. Denn das seit 2007 unter Denkmalschutz stehende, 400 Quadratmeter große Gebäude soll als Kultur- und Sozialzentrum der neue Mittelpunkt der Nordweststadt werden.

Für Menschen in Not

„Wir hauchen dem alten Haus wieder neues Leben ein“, versprach Wrenger beim gestrigen Spatenstich. Dem hatte auch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) nicht mehr viel hinzuzufügen. „Nach 13 Jahren gehen die Lichter endlich wieder an.“

Mit der Sanierung des alten Gebäudes kann allerdings nicht vor Ende des Jahres begonnen werden. Bis dahin entstehen auf dem Areal zunächst zwei Neubauten mit insgesamt 14 Wohnungen und rund 70 Plätzen für Menschen in Notlagen. Träger des Wohnprojektes ist der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe. Sechs Wohnungen befinden sich im Hofhaus, acht Wohnungen im Haus daneben. Das geplante Hofhaus wird an der ehemaligen Stelle des Pfarrhauses, das vor über sieben Jahren abgerissen wurde, gebaut. Das dreigeschossige zweite neue Haus entsteht zwischen dem vorhandenen Wohnhochhaus und dem Gemeindehaus. Im Frühsommer 2015 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Umfangreiche Sanierung

„Wenn die Rohbauten stehen, können wir mit den Sanierungsarbeiten am Gemeindezentrum beginnen“, erklärt Wrenger den Zeitplan. Dazu gehöre die Erneuerung von Dach und Außenverkleidung sowie der Einbau neuer Fenster. Hinzu kommen neue Wasser- und Elektroleitungen, Decken und Böden. In welcher Höhe die KEG in Neubau und Sanierung investiert, ließ sich Wrenger nicht entlocken. „Wir liegen deutlich unter zehn Millionen Euro, allerdings auch über den ursprünglich geschätzten Kosten von 3,2 Millionen Euro“, nannte er keine konkreten Zahlen.

Bis 2001 war das Gemeindezentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring der Mittelpunkt der christlich-reformierten Gemeinde und der evangelischen Lydiagemeinde, die das Grundstück 1967 von der Eigentümerin Stiftung Waisenhaus übernommen und bebaut hatte. Auf die Erhöhung des Erbzinses reagierte die Gemeinde mit dem Auszug. Geldmangel stoppte den geplanten Abriss, gleich drei Investoren scheiterten mit dem Vorhaben, das Zentrum durch Reihenhäuser zu ersetzen. Vor drei Jahren erwarb die KEG das Grundstück und beschloss die Sanierung und Erweiterung.

Durchgeführt werden die Arbeiten in enger Abstimmung mit dem eigens gegründeten Verein zur Förderung des Kultur- und Sozialzentrums Nordweststadt, der das Zentrum zu einem Mittelpunkt werden lassen will. „Genau das fehlt uns“, sagt Ali Karakale vom Vorstand. Auch im Verein engagiert ist Bernd Oettinghaus – der ehemalige Pfarrer der reformierten Gemeinde: „Die Menschen hier brauchen einen Ort, den sie gemeinsam nutzen und gestalten können. Nach 13 Jahren bekommen sie diesen endlich.“



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 18.03.2014. Von Judith Dietermann

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