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23.04.2015

Europäische Schule soll umziehen

Weiteres Wachstum der Europäischen Schule scheint am aktuellen Standort kaum möglich. Deshalb will die CDU, dass eine Teilung oder Verlagerung geprüft wird. Um zeitnah das Verkehrschaos im Praunheimer Weg einzudämmen, fordert die Partei zudem eine Linksabbiegerspur.

Das Wachstum der Europäischen Schule (ESF) sorgt für viel Zündstoff in den Diskussionen, ob es für die Schule mit mehr als 1000 Schülern überhaupt genug Platz gibt in der Nordweststadt. Direkt neben der ESF grenzt schließlich die baufällige Ernst-Reuter-Schule an. Der Ärger mancher Quartiersbewohner entlud sich im vergangenen Jahr umso mehr, als die grün-schwarze Römerkoalition beschloss, dass die „Ortsumfahrung Praunheim“ (heute bekannt als Erschließungsstraße für das Gewerbegebiet) direkt vor der ESF in den Praunheimer Weg münden soll. Dort, wo es jeden Morgen Stau gibt, weil von überall her Tausende Kinder zur Schule gehen oder gebracht werden, in Bussen und „Eltern-Taxis“.

Im kommenden Schuljahr rechnet die ESF mit 1500 Schülern, in den Jahren darauf könnte sich diese Zahl noch verdoppeln, weil Angestellte der Europäischen Union ein Platzrecht für ihre Kinder besitzen. Und weil der Zuzug dieser Angestellten – siehe Neubau der EZB und Ansiedlung der Europäischen Bankenaufsicht – weitergehen wird.

Alternativen suchen In der CDU sieht man die Wachstumskapazitäten der ESF jedoch bereits erschöpft, wie Ralf Porsche mitteilt: „Mein Bauchgefühl sagt, es braucht einen Standortwechsel, wobei auch eine Teilung möglich wäre“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsbeirat 8 (Niederursel, Nordweststadt, Heddernheim). Grundsätzlich allerdings, so Porsche, „wollen wir die ESF in der Nähe behalten, sie hat sich im Nordwesten etabliert“. Die Stadt müsse sich nun auf die Suche nach alternativen Standorten machen – weshalb die CDU beim Magistrat anfragen will, ob ein Hof in der Ludwig-Landmann-Straße, nordwestlich des Gewerbegebiets Heerstraße in Praunheimer Gemarkung gelegen, als neuer Standort infrage käme. „Man muss gucken, ob sich dieses Areal generell eignet“, sagt Porsche. Der Hof alleine umfasst rund 10 Hektar Fläche, Landwirtschaft wird doch nicht mehr betrieben, stattdessen dient der Hof als Parkplatz für Wohnwägen. Nach Informationen dieser Zeitung gehörte der Hof dem verstorbenen Landwirt Erwin Gebhardt, heute wird das Gelände von seinen Kindern verwaltet.

Im Ortsbeirat 7, unter anderem für Praunheim zuständig, kommt der CDU-Vorstoß nicht so gut an. „Da sind wir empfindlich“, sagt Hans-Jürgen Sasse, Fraktionsvorsitzender der SPD. Grundsätzlich wisse man aber um die Standortprobleme der ESF, weshalb er auch erklärt: „Wir würden uns freuen, wenn wir die Europäische Schule bei uns ansiedeln könnten“. Ob nun dieses bestimmte Grundstück infrage käme, müsse erst einmal genau geprüft werden, schließlich wohnten dort noch Menschen.

„Ich habe aber das Gefühl, dass im Gewerbegebiet genug Platz auch für die ESF sein wird“, so Sasse. Bislang liege aber nicht einmal der genaue Flächenbedarf der Schule vor. Diesen ermittelt eine Kommission der Bundesregierung im Rahmen eines Gutachtens, das ESF-Direktor Peter Friss „in den kommenden Wochen“ erwartet. Eine Standortverlagerung oder eine Teilung zwischen Grundschule und Sekundarstufen schließt auch er nicht aus.

Neue Spur einrichten Schneller als die Standortfrage will die CDU das Verkehrschaos im Praunheimer Weg eindämmen, indem sie fordert, als Zufahrt auf den ESF-Parkplatz eine Linksabbiegerspur einzurichten. „Die Straße war mal vierspurig, die gibt das her“, meint Ralf Porsche. Zu diesem Zweck müssten wohl drei bis fünf Parkplätze am Straßenrand weichen, doch erwartet Porsche, dass das Verständnis der Anwohner für diese Maßnahme den Ärger überwiegen würde, weil der Verkehr besser abfließen könne. Bislang hätten dortige Linksabbieger „großen Druck, in jede freie Lücke zu stoßen“, was zu gefährlichen Situationen führen könne. Außerdem würden die Buslinien 72 und 73 unnötig beeinträchtigt.



Der Ortsbeirat 8 tagt heute, 23. April, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Nordweststadt, Walter-Möller-Platz/Nidaforum 2.

Artikel Frankfurter Neue Presse vom 23.04.2015 Von Thorben Pehlemann

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