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30.11.2015

Sie drehen ein großes Rad

An den Ufern des Urselbachs drehten sich über Jahrhunderte die Mühlräder — auch in Niederursel, dem „Dorf der Mühlen“. SPD und CDU haben Ideen, wie man diesen Aspekt der Stadtteilgeschichte wieder sicht- und greifbar machen könnte.

Stefan Ziegler, Mitglied der Niederurseler SPD, hat seiner Idee schon einmal modellhaft Gestalt gegeben: Im Maßstab eins zu 80 baute er ein kleines Fachwerkhaus zwischen eine Gabelung des Urselbachs. An dessen Außenwand ist ein Wasserrad befestigt — würde ein solches im realitätsgetreuen Maßstab gebaut, meint Ziegler, könnte ein nahezu vergessener Teil der Stadtteilgeschichte wieder sicht- und greifbar gemacht werden.

Zwischen Oberursel und dem heutigen Frankfurt drehten sich nämlich zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert insgesamt 42 Mühlräder. Sie nutzten die strömende Kraft des Urselbachs, um Wasserräder anzutreiben und damit Getreide oder Baumrinde zu mahlen, Gestein, Metall oder Glas zu schleifen, Leinsamen zu Öl zu verarbeiten oder Papier herzustellen. „Die Mühlen hatten früher große Bedeutung für die Region, weil dort Nahrung und Nutzmaterialien veredelt wurden“, weiß Ziegler: „Die Betreiber waren deswegen angesehene Leute“. Niederursel war ein „Dorf der Mühlen“.

Heute jedoch erinnern nur noch Namen wie Obermühle, Schilasmühle, Sandelmühle oder Kupferhammer an diese ehemals wichtigen Produktionsstätten — erhaltene Gebäude beherbergen Reitställe oder Wohnungen, andere wurden gänzlich abgerissen. „Noch am Anfang des 20. Jahrhunderte standen hier acht Mühlen“, berichtet Ulrich Keitel, ehemaliger Stadtverordneter der CDU und seit 1976 in Niederursel wohnhaft: „Die Zeit der Mühlen, der Müller und Papierherstellung, ist aber vorbei“. Bis in die 1970er Jahre nutzte man vereinzelt noch Turbinen zur Stromgewinnung, die letzte große Mühle wurde laut Stefan Ziegler aber bereits 1954 in Oberursel abgebaut.

Identität stiften

Ulrich Keitel setzte sich schon vor 20 Jahren für den Wiederaufbau eines Wasserrades ein. „Ein vom Urselbach getriebenes Wasserrad könnte ein unverwechselbares Symbol unseres Stadtteils werden“, schrieb er 1995 an die Bürger des Quartiers. Schließlich gehöre ein Wasserrad zu Niederursel „wie der Fisch zum Wasser“. Diese Meinung hat der 85-Jährige bis heute nicht geändert: Ein neues Wasserrad könne durchaus ein identitätsstiftendes Charakteristikum Niederursels sein, sagt er. Und schließt sich daher Stefan Zieglers Idee an.

Diese beinhaltet in der „großen Lösung“ das besagte Fachwerkhaus samt Wasserrad. In dem Häuschen, das vielleicht aus dem Hessenpark herbeigeschafft werden könne, gäbe es laut Ziegler Platz für den Bürgerverein und Ausstellungen zur Geschichte der Mühlen. Außerdem ließen sich Führungen über den bestehenden Mühlenwanderweg organisieren. Als Herzstück der Idee, das auch als „kleine Lösung“ ohne Häuschen vorstellbar sei, sieht Ziegler aber ein Wasserrad mit Stromgenerator. Per angeschlossener Glühlampe oder auf andere Weise „kann man zum Beispiel Kindern und Jugendlichen aufzeigen, dass Energie gewonnen wird“, sagt Ziegler — etwa im Zusammenhang mit der Thematik rund um erneuerbare Energien. „Die jungen Leute sollen was anfassen beim Lernen, das prägt sich besser ein“.

Überschwemmungsgebiet

Ob, wie und wo eine Umsetzung der Idee möglich ist, wissen bisher weder Keitel noch Ziegler. Angesichts knapper Stadtkassen halten sie die „kleine Lösung“ aber für realistischer. „Frankfurt ist eine Stifterstadt, vielleicht lässt sich so die nötige Finanzierung besorgen“, meint Ulrich Keitel. Und Jürgen Schmidt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 8, warnt indes, das größte Problem liege wohl in der Genehmigungsfähigkeit: „Das Urselbachtal ist ein Überschwemmungsgebiet. Dort darf sich nichts aufstauen“.

Um Klarheit zu erhalten, verabschiedete der Ortsbeirat in der letzten Sitzung eine von SPD und CDU gemeinsam gestellte Anfrage an den Magistrat: Dort möge man prüfen und berichten, unter welchen Voraussetzungen zwischen Krebsmühle im Westen und Untermühle im Osten eine Realisierung möglich wäre.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 30.11.2015. Von THORBEN PEHLEMANN

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