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01.10.2015

Ein Bembel voller Spenden

In jedem Jahr lädt Gastwirt Thomas Metzmacher viele Stammgäste ein. Sie genießen das Ambiente in seinem gemütlichen Gasthaus „Zum Lahmen Esel“ sowie Zwiebelkuchen, Suppe und Ebbelwei. Seit vielen Jahren sammelt Metzmacher an diesem Tag Spenden. In diesem Jahr kamen 4080 Euro für die Lebenshilfe zusammen.

In den 22 Jahren, die Thomas Metzmacher die Geschicke des „Lahmen Esel“ lenkt, hat er eines bewiesen: Er ist kein Wirt wie jeder andere. Er engagiert sich für seinen Stadtteil, etwa in diesem Jahr mit der Schirmherrschaft über die Niederurseler Kerb, kennt und schätzt seine Stammgäste, die er oft persönlich begrüßt. Doch auf Freibier oder einen kostenlosen „Gruß aus der Küche“ wartet man bei ihm vergebens.

Das hat für den 48-Jährigen einen ganz einfachen Grund. „Wir haben 200 Plätze im Inneren der Apfelweinwirtschaft und nochmal 200 im Garten. Wenn ich da anfange, einem Gast etwas auszugeben, weil er in den letzten Monaten vielleicht besonders oft bei uns war, sind die anderen Gäste verärgert – zu Recht.“ Darum hat er über die Jahre ein kleines Jubiläumsfest für seinen „Lahmen Esel“ etabliert, zu dem er so viele Stammgäste wie möglich einlädt.

Dann werden an einem Montag – eigentlich Ruhetag in seinem Haus – die Türen für die Gäste geöffnet und es gibt Zwiebelkuchen, Erbsen- und Linsensuppe und Getränke aufs Haus. Im ersten Jahr brachten viele der Gäste kleine Geschenke mit als Dankeschön. „Beim ersten Mal im Jahr 1993 hatte ich dann 27 Blumensträuße, für die ich keine Vase habe, 18 Flaschen Wein, die ich nicht trinke, und 13 Bücher, die ich nicht lese“, erinnert er sich schmunzelnd und erklärt, wie seine Idee zustande kam, einen Spendenbembel für freiwillige Spenden aufzustellen – auch beim bislang letzten Fest am 21. September.

Ein Bembel reicht nicht

„Ich fand es so schön, dass viele Gäste bereit waren, mir etwas zu geben, dass ich mir überlegt habe, einfach Spenden zu sammeln für eine Frankfurter Institution, die sich um Kinder kümmert. Die Idee kam so gut an, dass ein Bembel auf dem Spendentisch schon bald nicht mehr ausreichte für das viele Papiergeld, das immer wieder im Krug zusammengedrückt werden muss, um Platz zu schaffen für neues: „4080 Euro passen in so einen Bembel einfach nicht mehr rein“, weiß Metzmacher aus Erfahrung.

Genau so viel überwies der Wirt in der vergangenen Woche an den Frankfurter Verein Lebenshilfe, der in diesem Jahr mit den Bauarbeiten für ein ganz besonderes Projekt begonnen hat: Auf dem Gelände der Lebenshilfe, mitten in einem Hausener Naturschutzgebiet, soll ein Naturkindergarten entstehen, in dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam im Freien die Welt und das Leben entdecken. Auf der Fläche eines ehemaligen Gewächshauses entsteht dafür ein 170 Quadratmeter großer Bau, in dem sich die 36 Kinder, die hier betreut werden sollen, bei Hitze und starkem Regen zurückziehen können. „Ansonsten wird sich der Alltag der Kinder aber vorwiegend im Freien abspielen“, erklärt Dorle Horcher, die für die Lebenshilfe den Bereich der integrativen Kindereinrichtungen leitet und die Idee für die Folgeeinrichtung zur integrativen Krabbelstube hatte. Schon im Sommer 2016 soll hier der Betrieb aufgenommen werden.

Volker Liedtke-Bösl, Vorstand der Frankfurter Lebenshilfe freut sich, dass das Projekt auch beim Wirt des „Lahmen Esel“ Aufmerksamkeit erlangt hat und nun ein weiterer Teil der Inneneinrichtung der geplanten Kita gesichert ist.

Hilfe vor Ort

Gebäude und Einrichtung kosten den Verein insgesamt rund 840 000 Euro, die zu 80 Prozent von der Stadt gefördert werden. Den Rest stemmt die Lebenshilfe aus Spenden, unter anderem der von Metzmacher oder auch von der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung, der der Spendenbembel ebenfalls in den vergangenen Jahren mehrfach zugute kam. „Hier in der Stadt gibt es so viele tolle Einrichtungen für Kinder, da freuen wir uns natürlich sehr, dass ausgerechnet wir als Spendenprojekt ausgewählt wurden“, betont Liedtke-Bösl, der sich vorgenommen hat, den „Lahmen Esel“ bald auch einmal selbst zu besuchen.

Metzmacher freut sich, dass das Geld seiner Kunden bei der Natur-Kita in guten Händen ist und will auch für das nächste Jahr wieder ein geeignetes Spendenprojekt finden. „Natürlich gibt es überall auf der Welt Leid und Armut und Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind. Der Lahme Esel aber gehört zu Frankfurt. Wir wollen vor Ort helfen!“



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 01.10.2015. Von Sandra Kathe

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