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12.07.2018

Anwohner klagen über vermüllte Ecken

Anwohner und Politik klagen im Frankfurter Nordwesten über illegale Sperrmüllablagerungen und Dreck. Vor allem die Nordweststadt bereitet dabei Sorgen.

Die Verunreinigung von öffentlichen Plätzen ist ein stetig wiederkehrendes Thema in den Sitzungen der Ortsbeiräte, so auch im Bezirk 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt). Sorgenkind ist die Nordweststadt mit unangemeldeten Sperrmüllablagerungen, an denen sich Anwohner und Politik stören.

Wenn es im Ortsbezirk 8 um wilde Müllhalden geht, kommt der Bereich vor dem Rewe-Markt in der Hessenstraße in Heddernheim immer wieder zur Sprache. Jüngst war auch ein Abschnitt der Rosa-Luxemburg-Straße in Niederursel Thema. Am Brückenaufleger zwischen Neumühlenweg und Verlängerung des Krautgartenwegs wurden zuletzt vermehrt Plastikverpackungen und leere Flaschen gesichtet. „Im Sommer treffen sich dort die Jugendlichen. Auch Autofahrer werfen Müll von der Brücke“, sagt Helga Diehl, die zuständige Stadtbezirksvorsteherin und Mitglied der SPD-Fraktion im Ortsbeirat.



Bereits im Januar hatte der Ortsbeirat 8 einen Antrag wegen eines Lagers gestellt. Eine Personengruppe hatte am Brückenaufgang Sichtschutzfolie angebracht und dort genächtigt; starke Verschmutzung war die Folge.

„Cleanffm hat sich nach einem Anruf von mir direkt darum gekümmert“, sagt Diehl. Unrat und Sichtschutz seien entfernt worden. Auch die Polizei habe die Stelle öfter kontrolliert und die Personengruppe ermahnt. „Zurzeit sieht es dort ordentlich aus“, sagt die Stadtbezirksvorsteherin, die im angrenzenden Mertonviertel wohnt.

Das Problemkind ist für Diehl eher die Nordweststadt. „Auf dem Schwarzen Platz zum Beispiel sieht es trotz abgedeckter Abfallbehälter oft schlimm aus“, sagt sie. Das können auch die Parkbesucher bestätigen. Zdenko Petrovic aus Königstein kommt regelmäßig zum Boccia-Spielen in die Anlage. „Die Mülleimer werden einfach zu selten geleert“, sagt er. Der Wind und die Vögel würden den überschüssigen Inhalt aus den Behältern in den Park tragen. „Ansonsten ist der Platz aber sauber“, findet er.

„Gelegentlich finden wir hier leere Flaschen und Essensreste vor“, sagt Kristine Briska, die mit ihrer Tochter öfter zum Spielplatz in die Sport- und Freizeitanlage kommt. „Einmal lagen benutzte Kondome auf dem Boden, aber das war die Ausnahme. Es gibt schlimmere Ecken im Stadtteil, etwa die Bernadottestraße.“

Michael Eickenboom von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt erklärt, dass die Nordweststadt im Vergleich zu Heddernheim oder Alt-Niederursel zwar auffälliger sei: „Die Unterschiede ergeben sich aus der Sozialstruktur und der Dichte der Bebauung.“ Insgesamt würde er den Frankfurter Nordwesten aber nicht als besonders problematisch beschreiben. „Überall im Stadtgebiet ist Müllablagerung ein Problem“, sagt Eickenboom.

Im Vergleich zu anderen Stadtteilen würde auch Diehl die Lage in der Nordweststadt nicht als „prekär“ bezeichnen. Auffällig seien für sie hauptsächlich die Sperrmüllablagerungen. „Das Problem ist die Stadtrandlage“, sagt sie. Umliegende Ortschaften hätten Sperrmüllgebühren, Frankfurt hingegen nicht. „Deshalb stellen Anwohner von Nachbarstädten ihr Zeug bei uns ab.“ Besonders auffällig sei es im Weißkirchener Weg auf Höhe des Seniorenselbsthilfe-Vereins.

Das Sperrmülldilemma ist auch Michael Eickenboom bekannt: „Solche Stellen finden sich oft in der Nähe von Kleingartenanlagen, Glas- oder Altkleidercontainern oder in Ecken, die leicht angefahren werden können, aber schlecht einsehbar sind.“

Gegensteuern könne die Stadt nur bedingt. „Diese Bereiche werden manchmal begrünt oder eingezäunt oder es werden dort Fahrradständer aufgestellt“, sagt Eickenboom. Wenn keine der Optionen infrage kommt, sei die Polizei mit schärferen Kontrollen gefragt. „Ein Anruf oder eine Mail können in diesem Fall meist schneller bearbeitet werden als ein Ortsbeiratsantrag.“

Artikel Frankfurter Rundschau, vom 12.07.2018. Von Laura Franz

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