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28.06.2018

Frischer Wind fürs alte Zentrum

17 Jahre Leerstand und Verfall haben eine Ende, endlich wird mit der Sanierung des denkmalgeschützten Gemeindezentrums im Gerhart-Hauptmann-Ring 398 begonnen. Das Sozial- und Kulturzentrum soll zum Treffpunkt im Stadtteil werden. Ein Verein und das Quartiersmanagement wollen die Räume gemeinsam mit Leben füllen.

Es ist die letzte Baustelle, die für Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) seit ihrem Amtsantritt 2007 noch nicht beseitigt ist: Das seit 17 Jahren leerstehende Gemeindezentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring 398. Doch nun gibt es berechtigte Hoffnung, dass dieser Zustand endlich ein Ende hat. Noch diese Woche wird das Gerüst aufgebaut, in zwei Wochen der Dachdecker anrücken und schon Ende 2019 soll in dem alten Zentrum wieder frischer Wind wehen: Als Sozial-und Kulturzentrum samt Kindergarten im Untergeschoss. Zunächst wird die äußere Hülle des Baus instand gesetzt, anschließend folgen die Innenarbeiten.

2011 erwarb die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) das Areal samt Gemeindezentrum. Von Beginn an und auch schon in den Jahren zuvor war klar, dass das 1969 nach Pläne des Architekten Tassilo Sittmann erbaute Gebäude zum Treffpunkt in der Nordweststadt werden soll. Schwierigkeiten machte der seit 2007 bestehende Denkmalschutz – bis heute. So dauerte allein die Abstimmung mit dem Denkmalamt über die neuen Fenster ein halbes Jahr. Denn die noch vorhandene, in großen Teilen jedoch zerstörte und einst beleuchtete Fensterfront, kann so nicht mehr nachgebaut werden. Denn diese Bauweise war geschützt. Man habe aber eine Lösung gefunden, so KEG-Geschäftsführer Rainer Wrenger.

Der Denkmalschutz ist auch dafür verantwortlich, dass sich an dem Grundriss des Gebäudes nur wenig ändern wird. Im Gegenteil. Alte, nicht mehr vorhandene Wände und Türen – das Gemeindezentrum war immer wieder Opfer von Zerstörungen und Bränden – werden sogar wieder eingezogen.Im Untergeschoss wird es neben dem Kindergarten auch ein Altencafé geben. Drei Räume gibt es im Stockwerk darüber. Mit Leben gefüllt werden sie von dem Verein für die „Organisation des Kultur- und Sozialzentrums Gerhart-Hauptmann-Ring 398“ (Vokus 398) sowie des Quartiersmanagements des Diakonischen Werkes. Hatte die damalige Quartiersmanagerin Annette Püntmann das Projekt damals noch mit angestoßen, führt ihre Nachfolgerin Janina Korb dies nun fort. „Eine große Aufgabe“, wie Sozialdezernentin Birkenfeld sagt.

Der große, 230 Quadratmeter große Saal im Erdgeschoss soll einmal für Konzerte, Theater, Kino, Gottesdienste oder Vereinstreffen genutzt werden. In den kleineren Räumen sind unter anderem ein Elterncafé, ein Minikindergarten, Beratungsangebote oder Nachhilfestunden geplant. Kurz gesagt: Das Zentrum soll von den Menschen genutzt werden, die in der Nordweststadt leben.

An Ideen scheitert es also nicht, allerdings ein wenig am Geld. Deswegen ist der Verein Vokus 398 auf Sponsoren angewiesen. „Eine Küche, Möbel und Lampen wollen auch bezahlt werden. Wir freuen uns über jeden Unterstützer“, sagt der Vereinsvorsitzende Jan Goßmann. Denn die Einrichtung ist nicht Teil des Gesamtbudgets von drei Millionen Euro, dass für die Sanierung inklusive Grundstück zur Verfügung steht. „Aber auch das schaffen wir auch noch. Es ist einfach nur wichtig, dass dem alten Zentrum endlich wieder Leben eingehaucht wird. So, wie wir es schon immer wollten“, so Goßmann.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 28.06.2018. Von JUDITH DIETERMAN

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