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09.11.2019

Stadt sieht keine Alternative

Baudezernat informiert Ernst-Reuter-Schulen über die Erweiterung der Europäischen Schule. Die Erweiterung der Europäi­schen Schule an ihrem jetzigen Standort wird konkreter. Das geht aus dem gestrigen Besuch des Bau· und Immobiliendezernenten Jan Schneider (CDU) an den benachbarten Ernst-Reuter-­Schulen hervor. Dort herrscht nach wie vor Verunsicherung.

"Es gibt keine Alternativen für die Erweiterung der Europäischen Schule." Mit diesem Satz sprach Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) das aus, was Schüler, Eltern und Lehrer an den Ernst-Reuter-Schulen (ERS) bereits seit einigen Tagen befürchteten. Ausgesprochen hat Schneider die­sen bei seinem gestrigen Besuch an der ERS, wie diese Zeitung aus der Schulgemeinde erfuhr.

Seit vor wenigen Wochen das Ergebnis der Machbarkeitsstudie des Amtes für Bau und Immobilien über die Erweiterung der Europäi­schen Schule (ESF) bekannt wurde, herrscht an der ERS Unruhe. Zeigt die Studie doch, dass die Erweiterung der ESF an ihrem jetzigen Standort durchaus möglich ist. "Es ist vielleicht möglich, aber wohl nur zulasten der Ernst-Reuter-Schu­len", kritisierte damals Gerhard Schneider, Schulleiter der ERS II. Dass sei jedoch nicht der Fall, soll Jan Schneider nun in dem gestrigen Gespräch, dass nach Aussage seines Sprechers Günter Murr ohnehin angedacht war, mehrfach betont haben.

Alle Wünsche der Ernst-Reuter-Schulen für die geplante und seit Jahren überfällige Sanierung würden berücksichtigt. "Die Schule bekommt alles, was sie in der bereits laufenden Planungs­phase Null bereits erarbeitet hat", soll Schneider gesagt haben. Ebenso habe er erläutert, dass das Bau· und Immobilien-Dezernat unter enormem Druck stehe. Denn die ESF wolle spätestens 2024 (rund 2500 Schüler werden die Schule dann besuchen) mit der dringend benötigten Erweiterung beginnen.

Ob es wirklich keine Alternativen für die Erweiterung der ESF am jetzigen Standort gibt, diese Aussage will Schneiders Sprecher Günter Murr derweil nicht so be­stätigen. Er dementierte sie aber auch nicht. Kein Vorschlag ist alternativlos. Aber es gibt derzeit kei­ne städtischen Grundstücke auf de­nen die ESF ohne größere Proble­me nutzbar gemacht werden könn­ten", sagte er.

Schlechte Erfahrungen
"Noch wachsamer und skeptischer" sei man nach dem zweistündigen Gespräch, heißt es aus Schulkrei­sen. Auch, weil man bezüglich der Aussagen der Stadt in den vergan­genen Jahren vorsichtig geworden sei.

Zu oft sei etwas versprochen, aber nicht gehalten worden. Ein Beispiel ist der Neubau der Turnhallen: Das angedachte Grundstück erhielt letztlich die ESF für ihren Erweiterungsbau. Wachsam, aber auch kämpferisch sind vor allem die Schüler der ERS. Mit großen Plakaten empfingen sie gestern Vor­mittag Jan Schneider. Und brach­ten zum Ausdruck, wie sehr ihnen ihre Schule am Herzen liegt. Wahrend Günter Murr noch von unkonkreten Planungen sprach, sah das, was Dezernent Jan Schnei­der präsentierte, durchaus konkre­ter aus. Er präsentierte mehrere Möglichkeiten, wie eine zeitgleiche Erweiterung der ESF und die Sanierung der ERS aussehen könnte.

Planspiele
Bei der ERS würden demnach zu­nächst die Mensa und die Sporthal­len abgerissen und letztere inklusi­ve Schwimmbad neugebaut. Die Container der ESF verschwänden, die Schule würde neu gebaut und bezogen, so dass die Ernst-Reuter-­Schüler das alte Gebäude nutzen könnten. Folgen würden weitere Abbrucharbeiten und Neubauten. Noch sind das alles zwar Planspie­le, so die Schulgemeinde der ERS. Aber Planspiele, die schon bald Wirklichkeit werden könnten.

Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 09.11.2019. Von Judith Dietermann




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