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12.12.2005

Mord an Trixi S. ist nicht vergessen

Der Tatort musste einem Neubau weichen, der Schrecken längst dem Alltag. Fast auf den Tag genau vor 24 Jahren wurde in einem abgelegenen Treppenhaus im Nordwestzentrum die bildhübsche Beatrix Scheible ermordet.
Von Oscar Unger

Sie war erst 16. Doch auch nach über zwei Jahrzehnten erinnern sich noch viele Menschen im Stadtteil an die grausame Bluttat, die bis heute nicht geklärt werden konnte.

Freitag, 11. Dezember 1981. An den Rändern der Gehwege und in den Rinnsteinen der Straße liegen noch die Schneereste der vergangenen Tage. Es ist feucht-kalt. Nur mittags steigen die Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt, als immer mal wieder die Sonne rauskommt. Beatrix Scheible sieht sie an diesem Tag zum letzten Mal in ihrem Leben.

Die junge Frau, die alle nur Trixi nennen, ist von der Berufsfachschule zurück in der Wohnung der Eltern im Weimel. Es ist noch nicht lange her, da hat sie auf der Ernst-Reuter ihren Realschulabschluss gemacht, dann eine Lehrstelle gefunden. Doch das interessiert jetzt nicht. Das Wochenende hat endlich begonnen.

Trixi mit den schulterlangen gelockten Haaren hat sich abends mit Freunden verabredet. Ins Ebbo’s. Die Disco in Heddernheim ist bei den Jugendlichen der umliegenden Stadtteile Kult. Und jeden Abend voll. Vor der Tür stehen die Mokicks und Kleinkrafträder. An diesem Abend ein paar weniger. Das Wetter. Schneeregen hat eingesetzt.

Trotz des Matsches hat Trixi weiße knöchelhohe Turnschuhe angezogen. Dazu ihren hellblauen Pullover, einen schwarzen Blazer, Jeans. Bis etwa 23 Uhr bleibt sie in dem Treff. Dann will sie nach Hause. Zwei flüchtige Bekannte begleiten sie zur U-Bahn-Station Heddernheim. Gemeinsam fährt das Trio ins Zentrum. Die beiden jungen Männer «wollen noch was unternehmen». Sie versuchen Trixi umzustimmen, die ehemalige Freundinnen als eher brav aber absolut zuverlässig beschreiben. Doch die winkt ab. Zu spät. Es ist 23.20 Uhr.

Die junge Frau muss durch das düstere und zugige Einkaufszentrum, das selbst am Tage nur noch einen morbiden Charme ausstrahlt. Stadt und Eigentümer diskutieren längst, ob die bröckelnde Betonburg nur 13 Jahre nach ihrer Einweihung abgerissen werden sollte. Auch Trixi fühlt sich sicher nicht wohl. Obwohl oder vielleicht gerade weil gemeinsam mit ihr vier Personen, die auch aus der Bahn ausgestiegen sind, den Weg ins Zentrum einschlagen.

Aber sie hat es nicht sehr weit. Die Treppe rauf, über den Praunheimer Steg, die Bernadottestraße entlang. Bis zum Weimel braucht man etwa 15 Minuten. Doch da kommt die junge Frau nie an. Im Limescorso, jenem dunklen Durchbruch zwischen der Frankfurter Sparkasse von 1822 und Schuh-Dielmann, nicht weit von der Fußgängerbrücke entfernt, lauert ein Mann.

Trixis Mörder.

Er bedroht sie vermutlich mit einem Messer, zerrt sie in einen Aufgang, die Treppe hinauf in den ersten Stock. Dort fällt er über Beatrix Scheible her. Tötet und missbraucht sie. So rekonstruiert es später die Polizei. Als Todesursache diagnostiziert der bekannte Gerichtsmediziner Professor Luff einen fast waagerecht geführten Stich mitten ins Herz. Trixi muss sofort tot gewesen sein.

Doch um 23.50 Uhr klingelt im 14. Polizeirevier, das Luftlinie kaum 200 Meter entfernt auf der anderen Seite des Zentrums liegt, das Telefon. Eine Männerstimme sagt: «Im Nordwestzentrum liegt eine verletzte Frau.» Noch bevor der Diensthabende nachfragen kann, legt der anonyme Anrufer auf. Die Beamten nehmen den ominösen Hinweis sofort ernst. Die ganze Wache schwärmt aus, sucht das riesige Einkaufszentrum mit seinen vielen dunklen Ecken, Winkeln und der Tiefgarage ab. Ohne Ergebnis.

Erst am nächsten Morgen gegen 6 Uhr findet ein Zeitungsausträger Trixis Leiche. Die Kleider sind verschoben, ein Schuh liegt ein Stück entfernt. Obwohl sogar Beamte von der Startbahn West für die Suche abgezogen werden, bleibt die Tatwaffe, ein etwa 20 Zentimeter langes, einseitig geschliffenes Messer, verschwunden.

In den folgenden Tagen stehen nicht nur Trixis Eltern, die heute noch in der Nordweststadt leben, sondern der ganze Stadtteil unter Schock. Der verwandelt sich immer mehr in nackte Wut und kalten Hass. Nicht nur, weil sich nach dem Mord über drei Dutzend Mädchen und Frauen bei der Polizei melden, erklären, auch sie seien in den vergangenen Monaten von einem Strolch bedroht und belästigt worden.

Selbst ernannte Bürgerwehren – darunter solide Familienväter ebenso wie Jugendcliquen – gehen abends zwischen den Hochhäusern Streife, halten Verdächtige an, wollen die Ausweise sehen. Ein Flugblatt mit der Überschrift: Nordweststadt: Vergewaltigung – Mord!» und der Drohung «Jetzt schlagen wir zurück» taucht auf und heizt die Stimmung weiter an. Es zeigt zudem eine Blut triefende Axt und ist mit «Die Rächerinnen» unterzeichnet.

Die Polizei warnt vor Selbstjustiz.

Im Mai, fünf Monate nach dem Mord, wird in Niederrad ein 25 Jahre alter Student festgenommen, der mindestens vier Frauen überfallen haben soll. Bei ihm wird ein Messer mit Blutspuren gefunden. Doch die stammen von einer Katze, die der Mann damit erstochen hat. Als Trixis Mörder aber scheidet er aus.

Am ersten Jahrestag der Bluttat legen sich die Ermittler im Nordwestzentrum auf die Lauer. In der Hoffnung, dass sich die Theorie bewahrheitet, dass es den Täter zurück an den Tatort zieht. Doch sie warten vergeblich.

Gingen die Ermittler anfangs noch davon aus, den Fall schnell klären zu können, führte keine Spur, keine Überprüfung zum Mörder. Bis heute . . .




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