01.08.2007
So geht’s in den Thermen voran
Nordweststadt. Die Titus-Thermen werden derzeit für rund neun Millionen Euro saniert und attraktiver gestaltet. Die Wiedereröffnung war für Mitte Oktober vorgesehen. Doch die KG Nordtrakt als Eigentümerin will sich nicht mehr auf einen genauen Termin festlegen. Geschäftsführer Georg Lackner spricht mittlerweile von einen Zeitraum für die Eröffnung zwischen dem 15. Oktober und dem 15. November.
Die gesamten Titus-Thermen wurden praktisch entkernt. Mittlerweile sind die Becken in großen Teilen mit Edelstahl neu verkleidet. Die alten Kacheln haben ausgedient. Die Abdichtungen, das Wichtigste an der Sanierung, werden bis auf eine Höhe von 60 bis 70 Zentimetern außerhalb der Becken hochgezogen.
Die KG Nordtrakt und die Bäderbetriebe Frankfurt (BBF) arbeiten bei diesem Projekt zusammen, die Kosten werden verteilt: Sechs Millionen Euro für die eigentliche Sanierung trägt die Nordtrakt, die drei Millionen Euro für die Verschönerung und Verbesserung bezahlen die Bäderbetriebe, also die Stadt. So geht das römische Ambiente, das analog zur Sauna auch in der Badelandschaft weitergeführt wird, zu Lasten der Bäderbetriebe. Allerdings mussten sie von der geplanten Verlängerung der Rutsche von 45 auf 75 Meter wieder Abstand nehmen. „Das haben wir aufgrund der Statik nicht hinbekommen“, sagt Daniel Nauheimer, Leiter Betrieblicher Geschäftsbereich der BBF. Das Gebäude sei recht fragil, bei einer größeren Rutsche hätte es eines Gegengewichtes bedurft. „Das haben wir an dieser Stelle nicht hinbekommen.“
Das sei aber die einzige Einschränkung zu den ursprünglichen Plänen mit Lichtspielen und Beschallungsszenarien. Die bisherige Felsenlandschaft im Rutschbecken wird im Pompeji-Stil wiedererstehen. „Es wird eine halb verschüttete Stadt angedeutet.“ BBF-Geschäftsführer Otto Junck sieht darin eine große Attraktion.
Aufgrund der negativen Erfahrungen nach der Eröffnung der Titus-Thermen Anfang der 90er Jahre und der „schlechten Sanierung“, so Junck, einige Jahre später, setzen die KG Nordtrakt und die BBF aber vor allem auf die fachgerechte Ausführung. „Ein neuerliches Desaster wollen wir nicht erleben“, sagt Junck. Daher wurde nun ein Projektsteuerer beauftragt, der die gesamten Schritte und Arbeiten überprüft. Vor Überraschungen schützt aber auch diese Maßnahme nicht. So kam auf dem Flachdach in der Dämmung das Wasser nur so entgegengesprudelt. „Das hat uns einiges Kopfzerbrechen bereitet“, sagt Nauheimer.
In der Sauna sind die Bauarbeiten bereits weiter vorangeschritten. Hier soll der Betrieb schon am 15. August wieder aufgenommen werden, spätestens Ende August. Das Restaurant Glashaus bietet seit Ende Mai wieder Speisen und Getränke an. Hier wurde die sechswöchige Bauphase eingehalten.
Davon ist man im Schwimmbad noch weit entfernt. So müssen auch noch die Pflanzen auf ihre Heimkehr warten. Die zum Teil zehn bis zwölf Meter hohen Gewächse wurden eigens in die Niederlande transportiert. Nur das Nachbarland biete genügend große Gewächshäuser für derartige Pflanzen. „Transport und Lagerung sind günstiger, als neue große Pflanzen zu kaufen“, begründet Lackner die ungewöhnliche Reise.
Zur Wiedereröffnung wird das gesamte Grün wieder im Bad zu sehen sein. Bleibt nur noch die Frage nach dem Termin. Doch der Nordtrakt-Geschäftsführer will, dass „lieber einen Tag länger gearbeitet wird, aber dafür ordentlich“. Denn niemand möchte am ersten Tag sehen, dass die Fliesen wieder herunterfallen. Das gab es schon bei der Eröffnung 1990.
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