24.09.2007
Technisches Hilfswerk wirbt mit Bobbycar um Nachwuchs
Nordweststadt. Während allerorts Vereine mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben, scheint die Taktik des Technischen Hilfswerks (THW) in Sachen Nachwuchsarbeit aufzugehen.
In insgesamt 665 Jugendgruppen sind bundesweit 15 300 Jugendliche ab zehn Jahren aktiv. Die Ortsgruppe Frankfurt hat 22 aktive Mitglieder ab zehn Jahren, für deren Betreuung sechs fest angestellte Jugendbetreuer zuständig sind.
„Im Jahr wechseln im Schnitt zwei Mitglieder aus der Jugendgruppe in die Basisausbildung“, berichtet Stephan Berger, der Jugendleiter der hiesigen Ortsgruppe. Darüber hinaus verfügen die Frankfurter als einzige in Deutschland über eine so genannte Minigruppe, in der Kinder ab sechs Jahren spielend den Umgang mit den Gerätschaften und das richtige Verhalten in Gefahrensituationen näher gebracht bekommen. 15 Kinder sind momentan begeistert dabei, in den Freiwilligendienst des THW hineinzuschnuppern. „Wir haben festgestellt, dass viele, die in der Minigruppe anfangen, auch später dabeibleiben und schließlich zu den Jugendlichen wechseln wenn sie alt genug sind“, sagt Berger.
Ein Bild von der aktiven Jugendarbeit des THW konnten sich Eltern und Kinder am Samstag im Nordwestzentrum bei den „THW-Erlebnistagen“ der Galeria Kaufhof machen. Vor der Filiale lockte ein großer Bobbycar-Parcours kleine und große Neugierige gleichermaßen an. Auf den bereitgestellten Bobbycars im klassischen THW-Blau konnten die Kleinen den ganzen Tag über die Startrampe, zwei Wippen und um enge kurven flitzen. „Die Resonanz ist sehr gut. Um die Mittagszeit herum waren mit Sicherheit bereits um die 400 Kinder hier bei uns“, erzählt Berger. Etwas praktischen Anschauungsunterricht über die Werkzeuge der freiwilligen Helfer gab es auch noch zu bestaunen. Beim Anheben des eigenen Papas mit dem Hebekissen des THW, normalerweise gebraucht um schwere Gegenstände zu bewegen, bekamen auch die Kleinsten ganz große Augen. „Wenn man die Kinder fragt, ob sie mal ihren Papa hochheben wollen, glauben sie zuerst natürlich nicht, dass das geht. Umso größer ist dann die Überraschung, wenn es doch funktioniert“, sagt Stephan Berger mit einem Augenzwinkern. Betreut wurde die Aktion von den freiwilligen Helfern des THW.
In Zusammenarbeit mit Playmobil und Galeria Kaufhof wurden außerdem Einsatzfahrzeuge, Boote und Werkzeuge des THW als Spielzeug aufgelegt und werden nun exklusiv im Kaufhof verkauft. Die Zusammenarbeit zwischen der Warenhaus-Kette und dem THW begann bereits im vergangenen Jahr. Der erzieherische Wert der „THW-Erlebnistage“ ist dabei nicht unbeabsichtigt: „Mit der Zusammenarbeit versuchen wir gezielt, bereits im Kindesalter Interesse an der wichtigen Arbeit des THW zu wecken. Wir sehen das als Zeichen des sozialen und gesellschaftlichen Engagements unseres Unternehmens“, sagt Thorsten Herz, Geschäftsführer der Filiale im Nordwest Zentrum. (göc)
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